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Zusammenfassungstabellen

Dermatome & Myotome – Übersichtstabelle

DDr. Rajith Eranga
9 Min. Lesezeit
Dermatome & Myotome – Übersichtstabelle

Übersicht

Dermatome und Myotome repräsentieren segmentale Muster der sensorischen und motorischen Innervation durch Spinalnerven. Das Verständnis dieser Muster ist entscheidend für die neurologische Untersuchung, die Lokalisation von Rückenmarksläsionen, die Diagnose von Radikulopathien und die Traumabewertung.

Verwenden Sie diese Zusammenfassung zusammen mit Rückenmarkssegmenten und Nervenwurzelverläufen.

Dermatome – Sensorische Territorien

Jedes Dermatom entspricht einem Hautareal, das von einer einzelnen Spinalnervenwurzel versorgt wird. Klinische Testpunkte helfen bei der Identifizierung von Radikulopathien.

Zervikale Dermatome

WurzelWichtiges sensorisches ArealKlinische Hinweise
C2Hintere KopfhautRegion für „Okzipitalneuralgie“-Kopfschmerzen.
C3NackenHoher zervikaler Kragenbereich.
C4SchulterkappeNervus phrenicus teilt sich C3–C5 (Zwerchfell).
C5Seitlicher OberarmHäufig bei zervikaler Radikulopathie.
C6Seitlicher Unterarm, DaumenKlassisches „Daumen-Taubheitsmuster“.
C7MittelfingerHäufigste zervikale Radikulopathie.
C8Kleiner Finger, mediale HandKann Ulnarisneuropathie imitieren.

Thorakale Dermatome

WurzelWichtiges ArealKlinische Hinweise
T1Medialer UnterarmTeilt sich Territorium mit dem Nervus ulnaris.
T2AchselhöhleMarker für obere thorakale Läsionen.
T4MamillarlinieReferenzlandmarke.
T6Xiphoid-RegionSchmerzlokalisation in der mittleren Thoraxregion.
T10NabelKlassische Referenz in der Notfallmedizin.
T12Suprapubische RegionÜbergang zu lumbalen Dermatomen.

Lumbale Dermatome

WurzelWichtiges ArealKlinische Hinweise
L1LeistenregionÜberlappung mit Nervus genitofemoralis/ilioinguinalis.
L2Vorderer OberschenkelSchmerzverteilung bei Hüftbeugern.
L3Medialer Oberschenkel/KnieBeteiligung der Patellaregion.
L4Mediales Bein, medialer MalleolusWurzel für den Patellarsehnenreflex.
L5Fußrücken, GroßzeheHäufigste lumbale Radikulopathie.

Sakrale Dermatome

WurzelWichtiges ArealKlinische Hinweise
S1Lateraler FußWurzel für den Achillessehnenreflex.
S2Hinterer OberschenkelHamstring-Region.
S3GesäßfalteSensorisches Areal des Beckenbodens.
S4–S5Perianale Region„Sattelanästhesie“ bei Cauda equina.

Myotome – Motorische Territorien

Myotome repräsentieren Muskelgruppen, die von einer einzelnen Spinalnervenwurzel kontrolliert werden. Die Isolierung von Aktionen hilft bei der Identifizierung von Wurzelläsionen.

Zum embryologischen Kontext siehe Entwicklung der Skelettmuskulatur.

Zervikale Myotome

WurzelWichtige AktionMuskeln
C5SchulterabduktionDeltoideus, Supraspinatus
C6Ellenbogenflexion, HandgelenksextensionBizeps, Brachioradialis, ECRL/B
C7EllenbogenextensionTrizeps
C8FingerflexionFDP, FDS
T1Fingerabduktion/-adduktionInterossei

Lumbale & Sakrale Myotome

WurzelWichtige AktionMuskeln
L2HüftflexionIliopsoas
L3KniestreckungQuadrizeps
L4KnöcheldorsalflexionTibialis anterior
L5GroßzehenstreckungEHL
S1PlantarflexionGastrocnemius/Soleus
S2KniebeugungHamstrings

Reflex-Zusammenfassung

Tiefe Sehnenreflexe entsprechen direkt bestimmten Myotomen.

ReflexWurzelhöheHinweise
BizepsC5–C6Primär C5.
BrachioradialisC6Unterarmsupinationsreflex.
TrizepsC7Klassischer C7-Läsionstest.
PatellarsehneL3–L4Primär L4.
AchillessehneS1Verlust deutet auf S1-Radikulopathie hin.

Klinische Muster zum Merken

  • C5: Schwäche bei Schulterabduktion; Taubheit am lateralen Arm.
  • C6: Daumentaubheit; schwache Bizeps/Handgelenkstrecker.
  • C7: Trizepsschwäche; Mittelfingertaubheit.
  • C8: Schwäche bei Fingerbeugung; Taubheit des kleinen Fingers.
  • L4: Schwache Dorsalflexion; verminderter Patellarsehnenreflex.
  • L5: Fußheberschwäche; sensorischer Verlust am Fußrücken.
  • S1: Verlust des Achillessehnenreflexes; Taubheit am lateralen Fuß.
  • Cauda equina: Sattelanästhesie (S2–S4), Harnverhalt.

Für Verläufe und Karten siehe Nervenwurzeln und Rückenmarkssegmente, sowie Dermatome der oberen Extremität.